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R A B A C
RABAC, Stadt, Hafen und Fremdenverkehrsort an der
Südostküste Istriens, 5 km südöstlich von Labin; 1373 Einw. Der Ort liegt
vor der Meerenge Vela vrata, dem Haupteingang in die Bucht von Rijeka,
gegenüber der Insel Cres und unterhalb von Labin. Die gleichnamige Bucht
ist der untere versunkene Teil eines Tals, durch das ein Bach aus dem
Podlabin fließt. Der Hafen kann auch größeren Schiffen Schutz bieten; er
ist südöstlichen und südwestlichen Winden ausgesetzt. Die Bora ist mäßig.
Der nordwestliche Teil des Hafens ist wegen den Anschwemmungen des Baches
Rabac schlammig. Die Meerestiefe beträgt am Pier um 4,5 m und längs des
Kais 3–3,5 m.
Die Kapelle St.
Andreas hat einen einfachen rechteckigen Grundriß, das Portal und die
Fenster weisen gotische Merkmale auf. Aus der Kapelle stammt die gotische
Holzstatue des hl. Andreas aus der ersten Hälfte des 15. Jh. (im
Bischofspalais in PoreC).
Dieses renommierte Fremdenverkehrszentrum an
der Ostküste Istriens liegt an einer schönen Bucht, wo Kiesstrand und
üppige Vegetation das Landschaftsbild prägen. Der kleine Fischerort hat
durch sein mediterranes Flair schon früh viele Prominente angezogen. Der
Händler Prohaska aus Rijeka (1890) und der Triester Rechtsanwalt Filippini
(1904) ließen hier ihre Sommerhäuser errichten. Die Anfänge des Tourismus
reichen an das Ende des 19. Jh. zurück, als erste Ausflügler Rabac
besuchten, die mit den Dampfschiffen des Triester Lloyd die Küste Istriens
und des Kvarner erkundeten. Bereits 1912 ist Rabac ein Bade- und Kurort
mit drei Hotel-anlagen: Albergo al Quarnero, Alla citta di Albona und
Miramare. Im selben Jahr wird die Promenade am Meer entlang angelegt und
am Strand eine Umkleidekabine aufgestellt. Das erste Hotel “Trieste” wurde
1924 geöffnet. Der Aufschwung von Rabac war in der Zeit von 1961 (Gründung
des gleichnamigen Hotels) bis Anfang der 70er Jahre besonders intensiv,
als die Feriensiedlungen Santa Andrea, Maslinica und Girandela entstanden
sind. Wegen der Bergbaukrise in der Umgebung von Labin hat man
gleichzeitig Familienhäuser errichtet, die an Touristen vermietet
wurden.
Heute kann Rabac an einem Tag in Hotels,
Campingplätzen, Appartements und Familienhäusern bis zu 10 000 Gästen
aufnehmen. Außerdem bietet der Ort eine vielfältige Palette an
gastronomischen Genüssen, Bootsausflüge und Sportaktivitäten. Wegen seiner
guten Zugänglichkeit, der schönen Strände und des sauberen Meeres eignet
sich Rabac besonders zum Familienurlaub.
Sport und Erholung: Spaziergänge entlang der
Promenade am Meer, Radfahren, Tennis, Wassersportarten u.a. Sportzentren
“Oliva” und “Proha-ska”.
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L A B I N
LABIN, Stadt im Südosten
Istriens, 5 km nordwestlich vom Hafen Rabac. Sie besteht aus zwei
getrennten Teilen, der Altstadt auf dem Berg und dem neuen Stadtteil
namens Podlabin. Sie liegt auf einem Karstfelsen, der steil zum Rabac Bach
(RabaCki potok) und zur Küste abfällt; 320 m ü.d.M.; 9036 Einw.
Labin war zu Beginn des 19. Jh. das Zentrum der
istrischen Bergbauindustrie. Nachdem die Kohlengrube geschlossen wurde,
ließen sich die lokalen Obrigkeiten dazu anregen, die verlassenen
Grubenschächte als Attraktion für Besucher zugänglich zu machen. Vom alten
Stadtteil Labins öffnen sich Aussichten auf die UCka, Rabac, den Kvarner,
den Gorski kotar und das Velebitmassiv. Die Bucht Prklog steht als
Landschaft unter Naturschutz. Die Umgebung von Labin ist ein bekanntes
Jagdgebiet. Während des Kultursommers in Labin finden Konzerte klassischer
Musik statt (Juli – August).
Im unweit gelegenen Ort Dubrova befindet seit
1870 der Sitz des Mediterranen Bildhauersymposiums. Im Skulpturenpark sind
Werke einheimischer und ausländischer Künstler ausgestellt. Das
alljährlich stattfindende Symposium (1.7.–15. 9.) versammelt Bildhauer aus
aller Welt.
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G R O Z N J A N
GROZNJAN, Ortschaft im
zentralen Teil Istriens, 8 km südöstlich von Buje; liegt am Nordausläufer
der Hochebene über dem Mirna-Tal; 260 m ü.d.M.; 192 Einw. Im Rahmen des
Revitalisierungsprojekts wird GroZnjan in letzter Zeit mit kulturellen
Aktivitäten belebt (Sommermusikschule).
Der Tourismus entwickelte sich seit 1965, als
GroZnjan zu einer Künstlerkolonie wurde. Die verlassenen Häuser wurden in
Künsterateliers und Galerien umgebaut.
Heute vesammeln sich in GroZnjan junge Musiker
aus aller Welt um das Internationale Kulturzentrum der Jungen Musiker. Im
Ort finden jedes Jahr Kurse für einzelne Instrumente (Violine,
Violoncello, Viola, Klavier, Orgel u.a.), Kurse für Orchester, Ballet,
Rezitationen, Regie, Video- und Audioaufnahmen sowie Seminare für
Architekten, Diskussionsrunden der Grünen (Umweltschutzthemen) und
Yogakurse statt.
Das Gebiet eignet sich zum Wandern, Radfahren,
Jagen und zur Speläologie. In GroZnjan gibt es ein Restaurant mit
istrischer Küche. Im Sommer finden fast täglich Konzerte oder andere
Musikveranstaltungen statt. Ende des Sommers wird das internationale
Extempore der Malerei abgehalten.
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P U L A
PULA, Stadt und Hafen im Südwesten
Istriens. Die Stadt liegt im inneren Teil einer Bucht, die durch die
Inseln Sveta Katarina, Sveti Andrija und Uljanik in drei Hafenbecken
geteilt ist. Pula ist der bedeutendste und größte Hafen in Istrien, und
die gut geschützte Bucht Pulski zaljev zählt zu den besten Naturhäfen an
der Adria. Wegen seiner Größe, der guten Lage, zweier Zugänge (unmittelbar
von der See oder durch den Kanal von FaZana) und der flachen Ufer hatte
die gut geschützte Bucht von Pula seit jeher eine besondere strategische
Bedeutung. Für die Landschaft ist das flache und offene Relief mit einer
dicken Schicht Roterde typisch. Die einstigen Eichenwälder wurden auf
niedriges Gebüsch reduziert; in der Umgebung von Pula wurden Kiefern
angepflanzt. Die mittlere Lufttemperatur beträgt im Januar 5°C und im Juli
23,2°C; die mittlere jährliche Niederschlagsmenge beträgt etwa 880 mm.
Während der Wintermonate wehen Bora und Schirokko; die Bora ist manchmal
sehr stark und weht im äußeren Teil des Hafens. Pula ist ein wichtiges
Wirtschaftszentrum mit entwickeltem Schiffbau (Werft “Uljanik”), Textil-,
Metall- und Bauindustrie sowie Glasherstellung und ein bedeutendes
touristisches Zentrum (Jachthafen). Die Bedeutung Pulas als
Verkehrsknotenpunkt für gesamt Istrien ist insbesondere durch die
Modernisierung des Flughafens gewachsen.
Die ersten Touristenausflüge nach Pula wurden
zu Beginn des 19. Jh. verzeichnet. Giovanni Carrara, ein Konservator aus
Pula, war 1828 als Reiseleiter zahlreicher berühmter Persönlichkeiten und
organisierter Besuchergruppen tätig. Im Jahre 1832 besuchte auch der
österreichische Kaiser Franz Ferdinand I. Pula. Der erste Reiseführer über
Pula von Pietro Kandler (Cenni al forestiero che visita Pola – Hinweise
für Ausländer, die Pula besuchen) in der Ausgabe des Österreichischen
Lloyd aus Triest wurde 1845 veröffentlicht. Das erste für die Bürger und
Touristen bestimmte Seebad Bagno Polese, zwischen der kleinen Insel
Uljanik und dem Verwaltungsgebäude im Hafen, wurde bereits 1885 eröffnet.
Danach wurden das kleine Strandbad “SakorDana” und das Marinebad auf der
Insel Sveti Petar eingerichtet, wo nach einem festen Stundenplan zu
unterschiedlichen Zeiten Männer und Frauen baden konnten. Während des 1.
Weltkriegs wurde das Strandbad Zelenika eingerichtet und im Jahre 1936 das
Seebad Stoja (Stabilimento bagni di Stoia). Riviera – das erste moderne
Hotel in Pula wurde 1908 eröffnet. Zur Zeit der italienischen Herrschaft
gab es einige Hotels: Miramare, Bologna, Milano und Centrale und zwei
Sommerkolonien für Kinder: Principe di Piemonte auf Stoja und Sandro
Mussolini auf Vargarola. In den 30er Jahren des 20. Jh. waren auch einige
Reisebüros in Pula tätig. Der Tourismus erlebte in Pula seine Blütezeit in
den 60ern, als längs der schönen, reich gegliederten Küste mit üppiger
Vegetation südlich von Pula die ersten Feriensiedlungen gebaut wurden
(Zlatne stijene, Ribarska koliba, Verudela).
Heute bietet Pula zahlreiche
Erholungsmöglichkeiten, denn außer gut ausgestatteten Hotels und anderen
Unterkünften gehören viele Sportplätze, Tanzterrassen, Diskotheken,
Spielcasinos, Gaststätten und Restaurants sowie organisierte Ausflüge zum
Angebot. In der Stadt liegen zwei Jachthäfen, die für den Nautiktourismus
wichtig sind. Außerdem ist Pula ein bekanntes Kongreßzentrum (großer
Kongreßsaal im Hotel Histria). Die Stadt kann man mit allen
Verkehrsmitteln erreichen, besonders sollte man die Nähe zum Flughafen (6
km) hervorheben, der auch in den internationalen Luftverkehr eingebunden
ist. Veranstaltungen: das Kroatische Filmfestival findet seit 1954
jählich in der Arena statt (im Juli), das Festival der Unterhaltungsmusik
“Arena” findet ebenfalls in der Arena statt (im Juli), Art & Music
Festival - Rockmusikfestival (im August).
Pula ist auch ein beliebtes Sportzentrum, denn
wegen des angenehmen Klimas, der gut ausgestatteten Sportplätze
(Tennisplätze, Sporthallen, Fußballstadions, Fußballplätze,
Leichtathletikstadion, Hallen- und Freibäder, Wassersportarten u.a.) sowie
wegen der Nähe zum Flughafen richten viele in- und ausländische
Sportmannschaften hier im Winter ein Trainingslager ein. Außer den
gewohnten Sportarten auf dem Festland kann man auch unterschiedliche
Wassersports betreiben.
Der Jachthafen ACI verfügt über 294 Liegeplätze
im Meer und weitere 100 Plätze an Land für Boote von 6–18 m; der
Jachthafen Veruda verfügt über 610 Liegeplätze im Meer und 150 an Land für
Boote von 6–15 m.
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L O V R A N
LOVRAN, Stadt und Kurort an der
Südostküste Istriens, 5 km südlich von Opatija; 3640 Einw. Die Umgebung
von Lovran ist waldreich (Edelkastanien, bekannt wegen der Maronen,
Lorbeeren und immergrüne Vegetation). Das Klima ist sehr mild: die
durchschnittliche Lufttemperatur beträgt im Januar 5,8 °C und im Juli 23,3
°C; durchschnittlich verzeichnet man 2230 Sonnenstunden im Jahr. Die Stadt
besteht aus dem alten, einst befestigten Kern an der Küste und einem höher
liegenden Teil, der an den Abhängen der Gorica (712 m), einem Ausläufer
der UCka, zerstreut ist; der Stadtkern an der Küste liegt auf einer
kleinen Halbinsel. Nach 1885 wurde von Lovran eine Straße zur
Eisenbahnstation Matulji und nach Rijeka durchbrochen. Um den alten
Stadtkern Lovran und längs der Verkehrsstraße nach Rijeka wurden
zahlreiche Hotelanlagen und äuser für den Winterurlaub und zur Erholung
errichtet.Lovran ist neben Opatija der schönste Ferienort an der
liburnischen Riviera mit vielen Parks und Gärten. Die Bauernhöfe haben
sich den Bedürfnissen der Gäste angepaßt und sind auf Weinbau, Obst- und
Gemüseanbau orientiert. Die rasche Entwicklung von Lovran hat auch den
Fischfang begünstigt. Durch die Zuführung von Wasser aus der
wasserhaltigen Zone am Fuße der UCka wurde auch der durch die Natur
bedingte Hauptnachteil beseitigt, nämlich der Mangel an Trinkwasser. Von
Lovran führt eine lange Strandpromenade nach Opatija und Volov-sko.
Der Tourismus entwickelte sich in Lovran vor
etwa hundert Jahren (zwischen 1891 und 1893). Dazu trugen vor allem der
touristische Aufschwung des nahegelegenen Opatija bei, d.h. der Bau der 12
km langen Strandpromenade von Volovsko über Opatija bis nach Lovran, der
1884 abgeschlossen wurde, sowie das Inverkehrsetzen der elektrischen
Straßenbahn auf der Strecke Matu-lji–Opatija–Lovran (1908). Im Jahr 1905
wurde der Ort zu einem Luftheilort erklärt, die vielen Hotels und die
gepflegte Umgebung haben Lov-ran zu einem mondänen Winterurlaubsort
gemacht. Damals hielten sich zahlreiche berühmte Persönlichkeiten in
Lovran auf (u.a. TomaS G. Masaryk, der erste Präsident der
Tschechoslowakei). Anfangs war Lovran ein Winterurlaubsort, nach dem 2.
Weltkrieg entwickelt er sich zum Sommerurlaubsort. Lovran ist bis heute
als Seebad und nationales Kurzentrum bekannt (bekannte orthopädische
Klinik). Das milde Klima (im Winter schützt der Gebirgskamm der UCka
Lovran vor kaltem Wind, im Sommer mildert die von der UCka kommende
Luftströmung die Hitze), die üppige mediterrane Vegetation und die
gepflegte Umgebung machen den Ort zu einem der vornehmsten
Sommerurlaubsorte in Kroatien. Außer zwei eingerichteten Stränden mit
öffentlichen Bädern verfügt der Ort über zahlreiche kleinere Hotelstrände.
Lovran bietet verschiedenste Unterkünfte (Hotels, Villen, Zimmer,
Appartements), ein Sport- und Erholungsprogramm, vor allem Wassersports
(Segeln, Wasserski), Sportangeln und Spaziergänge (lungomare).
Die wichtigsten Veranstaltungen sind: Feier zu
Ehren des hl. Georg, des Schutzpatrons von Lov-ran (April), die
Fischerfeste (Juni bis September), die Marunada – Fest anläßlich der
Maronenernte (im Oktober), die Internationale Segelregatta (im
November).
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O P A T J A
OPATIJA, Stadt mit Hafen, Ferien-, Bade-
und Luftheilort am Fuße der UCka, an der Ostküste Istriens in der Bucht
von Rijeka, 13 km südwestlich von Rijeka; 9073 Einw. Das karstige
Küstengebiet, in dem Opatija liegt, ist vor Nord- und Nordwestwind
geschützt. Das Klima ist wegen der verhältnismäßig milden Winter günstig;
die mittlere Lufttemperatur beträgt im Januar 4,7 °C und im Juli 23,3 °C;
jährlich werden 2230 Sonnenstunden verzeichnet. Die Vegetation ist entlang
des schmalen Küstenstreifens immergrün; es gibt weder lockere Erde noch
Wasserquellen. Die UCka hält die Feuchtigkeit und die Wolken auf, die von
Westwinden hergetrieben werden, so daß es in Opatija weniger Niederschlag
und mehr Sonnenstunden als in Rijeka gibt. Das Klima und die besonderen
geschichtlich-geographischen Gegebenheiten haben die schnelle Entwicklung
Opatijas bedingt. Die Fertigstellung der Bahnstrecke Wien– Triest (1857)
und die Abfahrt von Pivka (damals Sent Peter) nach Rijeka (1873) haben
Opatija für Wiener leicht zugänglich gemacht. Opatija war wegen des milden
Klimas schon in der ersten Hälfte des 19. Jh. bekannt. Der Hafen besteht
aus einem Pier und einem geschützten Becken. Der innere Hafenteil ist vor
allen Winden geschützt, außer denen aus dem I. Quadranten; die Bora ist
mäßig und weht aus östlicher Richtung; der Süd- und der Westwind sind
relativ stark und lassen Schwell entstehen. Der äußere Teil des Hafens ist
für größere Schiffe zugänglich, an der Innenseite können kleinere Schiffe
anlegen. Der Ankerplatz liegt 500 m vom Hafen entfernt, es ist jedoch bei
starkem Wind aus dem östlichen und dem südöstlichen Quadranten sehr
gefährlich, vor Anker zu gehen. Opatija verfügt auch über einen
Jachthafen.
Opatija, oft als “adriatisches Nizza”
bezeichnet, ist einer der bekanntesten Fremdenverkehrsorte in Kroatien und
die Stadt mit der längsten Fremdenverkehrstradition an der Ostküste der
Adria. 1844 errichtete der Großhändler Higinio Scarpa die “Villa
Angiolina” mit herrlichen Grünanlagen und einem wunderschönen Park, die
von hochkarätigen Gästen – dem kroatischen Banus Josip JelaCiC, der
österreichischen Kaiserin Maria Anna – besucht wurde, was dazu beitrug,
daß Opatija rasch der beliebteste Ausflugsort der Einwohner von Rijeka und
danach von Italienern und Österreichern wurde. Opatija führte als erster
Ort an der Adria bereits 1883 eine touristische Statistik ein. Das erste
Hotel an der Adria unter dem Namen “Kvarner” errichtete die Gesellschaft
der Südbahn im Jahre 1884; seine Lage an der Meeresküste und die luxuriöse
Ausstattung zog ausschließlich prominente Gäste an. Unmittelbar nach dem
Bau des Hotels “Opatija” wurde der Ort als mondäner Sommerferienort
berühmt, so daß längs der 12 km langen Strandpromenade (lungomare) auf der
Strecke Volosko–Opatija–Lovran bald ein Gebirgspfad von Opatija nach
Veprinac und weiter zum UCkamassiv angelegt wurde. Schon 1889 wurde
Opatija zum ersten Luftheilort an der Adria erklärt, was seinen Status des
vornehmsten Ferien-ortes gefestigt hat. Die zahlreichen Touristen und
Eigentümer der Villen haben exotische Pflanzen (Palmen, Kakteen,
Mamutbäume u.a.) angebaut und so zur hortikulturellen Vielfallt
beigetragen. Opatija war so attraktiv, daß es Ende des 19. und Anfang des
20. Jh. von vielen namhaften Persönlichkeiten besucht wurde – der
Prinzessin Luise von Sachsen Coburg, dem rumänischen König Karl I., dem
schwedisch-norwegischen König Oskar u.a. Der Aufschwung des Tourismus
setzt sich in Opatija bis zu den heutigen Tagen fort. Das günstige Klima,
die gepflegte Umgebung, die eingerichteten Badeanstalten sowie der
ganzjährige Hochbetrieb machen Opatija auch heute zu einem der elitärsten
Ferienorte in Kroatien. Den Gästen stehen etwa 20 Hotels, viele
hervorragende Restaurants und Sportplätze zur Verfügung. An Erholung und
Unterhaltung fehlt es in Opatija nie. Neben dem Hotel “Admiral” liegt ein
Jachthafen, der das ganze Jahr über Boote aufnehmen kann. Zahlreiche
Veranstaltungen in Opatija sind wegen ihrer langen Tradition und dem hohen
Niveau bekannt: der Karneval (Januar / Februar), die Internationale
Segelregatta (im Mai), der Segelcup Opatija (im November). Opatija ist
auch eines der wichtigsten Kongreßzentren in Kroatien.
Der Jachthafen Admiral verfügt über 200
Liegeplätze im Meer und weitere 40 Plätze an Land.
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R I J E K A
RIJEKA, Stadt und Hafen in der
gleichnamigen Bucht an der nördlichen, am tiefsten ins Festland
eingeschnittenen Küste des Golfs von Kvarner; 167 964 Einw. Die mittlere
Lufttemperatur beträgt im Januar 5 °C und im Juli 22,8 °C. Jährliche
Niederschlagsmenge 1600 mm; im Durchschnitt 2120 Sonnenstunden im Jahr.
Dank der guten Verkehrsverbindungen mit dem Binnenland, der modernen
Hafenanlagen und der starken Seefahrts- und Handelstradition hat sich
Rijeka zum größten Hafen Kroatiens entwickelt. Sie ist ein wichtiges
europäisches Hafenzentrum für den Transitverkehr. – Die intensivere
Entwicklung der Stadt beginnt im 18. Jh. mit dem Bau der “Luisenstraße”
(1810 bis Karlovac), des Hafens und besonders der Eisenbahnstrecke nach
Zagreb und Ljubljana (1873) bzw. nach Budapest und Wien. Zwischen den
beiden Weltkriegen, als Rijeka von seinem unmittelbaren Hinterland
abgetrennt war, verlor der Hafen von Rijeka seine bisherige Bedeutung,
aber sein östlicher Teil, der Hafen SuSak, erlebte damals einen
Aufschwung. Nach 1945 wird Rijeka wieder zum großen Handels- und
Seefahrtszentrum (Sitz einiger Reedereien) mit einer entwickelten
Industrie (Schiffbau, Erdölraffinerie, Dieselmotorenfabrik,
Schiffshebewerke, Schiffsausstattungen, Papierfabrik u.a.). Die Stadt ist
darüber hinaus ein Kultur- und Kunstzentrum, mit einer Fülle von Kultur-
und Bildungsanstalten und Schulen (einige Hochschulen). In Rijeka spielen
heute Industrie, Verkehr und Dienstleistungen eine große Rolle, während
Fremdenverkehr, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischfang ihren
Schwerpunkt in der unmittelbaren Umgebung haben. Rijeka ist ein wichtiger
Knotenpunkt der Verkehrswege, die aus Mitteleuropa an die mittlere oder
südliche Adria führen. Es ist auch eine wichtige Straßenkreuzung für
Verbindung mit dem Binnenland über den Gorski kotar, wo das dinarische
Gebirgsmassiv nur 40–50 m breit ist. Die Verkehrsstraßen führen aus Rijeka
in Richtung Norden, zur slowenischen Grenze, nach Istrien sowie zu den
südlichen Küstengebieten. Die Stadt ist auch ein bedeutender
Eisenbahnknoten. Der Flughafen “Rijeka” liegt unweit von OmiSalj auf der
Insel Krk.
Das Stadtbild von Rijeka ist durch seine
geographische Lage geprägt. Hier erblickt der Besucher, sei es daß er mit
dem Wagen oder mit der Eisenbahn reist, zum ersten Mal das Meer. Die
Zufahrtsstraßen nach Rijeka bieten schöne Aussichten sowohl aus westlicher
als auch aus östlicher Richtung, am meisten beeindruckt jedoch der Anblick
bei der Ankunft mit dem Schiff. Die natürliche Umgebung, die
Kulturdenkmäler, das Mittelmeerklima sowie die nähere und entlegenere
Gebirgslandschaft prägen gleichfals das Stadtbild. Die Gegend um Rijeka
ist eines der entwickeltesten touristischen Gebiete in Kroatien; seine
Fremdenverkehrstradition reicht bis zur Mitte des 19. Jh. zurück. In
diesem Gebiet hält sich mehr als die Hälfte aller ausländischen Gäste auf,
die Kroatien besuchen. Obwohl Rijeka wegen seiner stark in den Vordergrund
tretenden Industrie kein typischer Fremdenverkehrsort ist, spielt der
Tourismus in der drittgrößten Stadt Kroatiens und wichtigem Handelszentrum
eine große Rolle. Hier finden zahlreiche Messen statt: Frühjahrsmesse (im
April), Nautica, Automobilausstellung (im Mai), Nordadriatische Messe (im
Oktober) und Weihnachtsmesse, so daß viele Geschäftsleute die Stadt
besuchen. Der Kongreßtourismus nimmt heute an Bedeutung zu. Dabei darf man
nicht vergessen, daß Trsat der wichtigste Wallfahrtsort in diesem Teil
Kroatiens ist (10. 5. Feiertag der Muttergottes von Trsat und
Seefahrertag, 15.8. Mariä Himmelfahrt, 8.9. Mariä Geburt). Daher kommen
auch zahlreiche Pilger nach Rijeka. Die Stadt ist mit Opatija, dem
ältesten und berühmtesten Fremdenverkehrsort in Kroatien, fast
zusammengewachsen. Den
Gästen werden außer guten Unterkünften, Geschäften, Theaterveranstaltungen
und Unterhaltung auch renommierte Veranstaltungen geboten: das Biennale
der Jugend, eine internationale Ausstellung junger Künstler – Maler,
Bildhauer, alternative Kunst (1.7.–30.9.), der Sommer in Rijeka, Musik-
und Theatervorführungen in der Altstadt, auf dem Trsat, im St.-Veit-Dom
(im Juni und Juli), Melodien Istriens und Kvarners (Ende Juni), Mariä
Himmelfahrt – Trsat (15. August), “ZajCevi dani” (November), St. Veit,
Feiertag des Schutzpatrons von Rijeka (15. Juni), Karneval in Rijeka, der
größte Karnevalsumzug in Kroatien (Februar) u.a |